Selbstdarstellung

Aufgaben und Ziele des AA "Vorbeugender Brandschutz in der Chemischen Industrie"

I. Ziele

Brände sind die zweithäufigste Ursache für meldepflichtige Ereignisse in Chemieunternehmen und oftmals mit großen finanziellen Einbußen durch Produktionsausfall und den Verlust von Sachwerten verbunden.

Daher ist die Implementierung eines zuverlässigen Brand- und Explosionsschutzkonzeptes eine wichtige Aufgabe der Verantwortlichen für Anlagensicherheit in Chemieunternehmen. Deshalb weist ein Brandereignis in einem Chemiebetrieb in der Regel auch auf ein Defizit im Sicherheitskonzept der Anlage hin.

2008 wurde bei der DECHEMA ein temporärer Arbeitskreis "Brandschutz in der Chemischen Industrie" gegründet, welcher 2011 in einen Arbeitsausschuss umgewandelt wurde. Er hat das Ziel, durch Ereignisursachenaufklärung, Erfahrungsaustausch über vorbeugende Maßnahmen und interdisziplinäre Zusammenarbeit eine noch effizientere Risikovorsorge für Chemieanlagen zu etablieren.

Die interdisziplinäre Zusammensetzung des Arbeitskreises mit ständigen Mitgliedern aus allen Fachbereichen, die zum Thema Brandschutz beitragen können, wie Vertretern von Werkfeuerwehren, Fachleuten für Anlagensicherheit oder Anlagenbau, Spezialisten der Schadensversicherer, Forschungsinstitute und Universitäten, garantiert eine ausgewogene und umfassende Durchdringung des Themas. Zusätzlichen Input geben Fachreferenten zu speziellen oder aktuellen Themen.

 

II. Schnittstellen zu anderen Gremien

Das Fachgebiet des vorbeugenden industriellen Brandschutzes ist in einem hohen Maße interdisziplinär ausgerichtet.

So gibt es Überschneidungen u. a. mit folgenden ProcessNet-Fachgemeinschaften (FG):

  • FG Werkstoffe, Konstruktion, Lebensdauer
  • FG Bildung und Innovation (Kenntnistransfer)
  • FG Prozess-, Apparate-und Anlagentechnik (PAAT)
  • FG Nachhaltige Produktion, Energieeffizienz und Ressourcenschonung (SuPER)

Der Arbeitsausschuss nutzt die Informationsvielfalt im Rahmen von ProcessNet durch:

 

  • gemeinsame Sitzungen mit anderen Arbeitsausschüssen,
  • eine intensive Begleitung universitärer Forschungsprojekte, etwa durch regelmäßige Teilnahme von Doktoranden,
  • die Behandlung industrieller Schwerpunktthemen und
  • die fachliche Begleitung von Veranstaltungen, wie z.B. ProcessNet Tagungen oder DECHEMA-Kolloquien.

 

III. Arbeitsschwerpunkte

Die wichtigsten Arbeitsschwerpunkte in den Ausschusssitzungen sind:

  • Wissensaustausch zum Thema "Anlagensicherheit und Brandschutz"
  • Bewertung und Anwendung neuer Techniken
  • Lernen aus Erfahrung

In jeder Sitzung werden ausgewählte Fachthemen zu diesen Arbeitsschwerpunkten ausführlich diskutiert, wobei auf die Praxisorientierung dieser Beiträge Wert gelegt wird. Beispiele für Fachthemen sind:

  • Grundlagen
    • Brandursachenforschung / Statistik zu Bränden
    • Lernen aus Brandereignissen
    • Risikobewertung und Schutzlevel (Bewertungsmaßstab)
    • Brandschutz als Anlagensicherheitsthema
    • Brandausbreitung
    • Organisatorischer Brandschutz
    • Ausbildung von Mitarbeitern
      • Schulung und Training im Betrieb
      • Weiterbildung im Bereich Brandschutz
      • Nachwuchsausbildung
    • Wartung/Betrieb
      • Sprinkler/Löschsysteme
      • Thermalölanlagen
  • Anlagentechnischer Brandschutz
    • Brandmelder
      • Auslösevorrichtungen Sprühflutanlagen
    • Gasdetektoren
    • Auslegung von Lösch-Düsen
    • Gaslöschanlagen
    • Dapflöschanlagen
  • Baulicher Brandschutz
    • Inertisierung (z. B. Läger)
    • Schutz von Kabeltrassen
      • Einsatz schwerentflammbarer Kunststoffe
    • Schutz von Tanklägern
    • Schutz von Verladestellen
    • Schutz von Stahlkonstruktionen
    • Schutz vor Unterfeuerung
    • Leckage-Ableitung

 

IV. F&E-Schwerpunkte

Die Arbeit des Ausschusses orientiert sich an der technischen Entwicklung auf dem Gebiet des industriellen Brandschutzes. Der Ausschuss beurteilt und begleitet gegebenenfalls Forschungsvorhaben aus diesem Gebiet.

März 2012

 

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