5. Wichtige Veranstaltungen zur Gestaltung der Digitalisierung der Prozessindustrie

5.1.    Sensorik für die Digitalisierung Chemischer Produktionsanlagen – Anforderungen, Technologien und neue Lösungsansätze“, Workshop in der am 18. Juni 2019

Am 18. Juni 2019 fand im DECHEMA-Haus in Frankfurt am Main ein Workshop zur Erarbeitung von Anforderungen, Technologien und neuen Lösungsansätze für Sensoren im Umfeld einer digitalen chemischen Produktion mit etwa 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt. Das Treffen wurde organisiert von den Fachverbänden AMA Verband für Sensorik und Messtechnik e.V.  sowie der ProcessNet „Wanted Technologies“ (die seit 2010 verschiedene Fachgruppen der ProcessNet-Fachgemeinschaft Fluiddynamik und Trenntechnik unterstützt). Die Digitalisierung in Chemieanlagen ist derzeit gerichtet auf eine Betriebsplanung auf Basis komplexer Daten und durch die intelligente Analyse großer Datenmengen auf Basis einer wachsenden Computerleistung und maschinellem Lernen. Flexibilisierung von Anlagen, Veränderung der Rohstoffbasis, Energetisches Lastmanagement oder kürzeres „Time-to-Market“ sind einige zukünftige Herausforderungen für Prozessdesign und Anlagenbetrieb. Daraus ergeben sich Einsatzgebiete neuer und verbesserter Sensorik für die Anlagenüberwachung, Räumlich und zeitlich engere Überwachung kritischer Prozessgrößen oder die engere Überwachung von Produkt- und Eduktströmen.
Ziele des Workshops waren die Identifikation des F&E-Bedarfs zu den Themenkreisen

  • Sensorik für die Zustandsüberwachung und prädiktive Wartung von Betriebsanlagen
  • Sensorik für die Erfassung von stoffbezogenen Größen
  • Sensorintegration in Anlagen
  • Kommunikation, Datenmanagement, Datenanalyse und Prozessautomatisierung

sowie die Förderung der Zusammenarbeit und der Vernetzung zu dem Thema. Aus den Ergebnissen des Workshops ist im Januar 2020 ein Positionspapier entstanden [11]. Bis Mai 2020 hat der Initiativkreis Ideen für konkrete Forschungsprojekte und -konsortien gesammelt, um diese an die Forschungsförderung heranzutragen.

5.2. „Field instruments supporting digital transformation“, 81. NAMUR-Hauptsitzung, Bad Neuenahr, 08.–09.11.2018

Bei der NAMUR-Hauptsitzung am 08. und 09. November 2018 stand das Thema Feldgeräte im Vordergrund der von 650 Teilnehmern besuchten Veranstaltung in Bad Neuenahr. „Field instruments supporting digital transformation“ lautete das Motto, das Anwender von Automatisierungstechnik in der Prozessindustrie, eingeladene Experten und Manager von Herstellern und Verbänden ausgiebig diskutierten. [7] So wurden Anforderungen an den Wandel der Prozessanalysentechnik von heute und in Zukunft dargestellt. Auch mit den derzeitigen betreuungsintensiven PAT-Installationen lassen sich durch Digitalisierung Informationen da bereitstellen, wo sie gebraucht werden. Und der Spezialist muss nicht unbedingt vor Ort sein. Um zukünftig mehr Digitalisierung erfolgreich einzuführen zu können, ist die Komplexität zu kapseln, damit der Anwender den Nutzen leicht und unmittelbar spüren kann.

5.3. „100 % digital: Überlebensstrategien für die Prozessindustrie“, 57. Tutzing-Symposion der ProcessNet-Fachgemeinschaft PAAT, Tutzing, 15.–18.04.2018 [5]

Im April 2018 wurde von rund hundert Experten und Entscheidern aus der Chemie- und Prozessindustrie drei Tage lang mit Vorträgen und Kreativworkshops erkundet, welche speziellen Anforderungen die Prozessindustrie an digitale Innovationen hat, welche davon bereits umgesetzt wurden und wo noch Handlungsbedarf besteht. Dazu wurde der gesamte vertikale Asset Life Cycle von der Verfahrensentwicklung über die Produktion bis zum Rückbau sowie der horizontale Supply Chain Life Cycle vom Lieferanten bis zum Kunden in der chemischen Produktion in Bezug auf die Chancen und Risiken der Digitalisierung betrachtet. Ebenso wurden Anforderungen an intelligente Apparate und Anlagen, Sensoren und Automatisierung sowie die Themen Datenkonzepte, Datenanalyse, Big Data und Künstliche Intelligenz erörtert. Die Perspektiven wurden zunächst in 12 Thesen zusammengefasst sowie in einer Reihe von Berichten in CITplus zusammenfasst [6].

Referenzen


Inhalt

  1. Einleitung
  2. Konzept der Digitalisierung in der Prozessindustrie
  3. Begleitung der Digitalisierung der Prozessindustrie und Gestaltung von potentiellen infrastrukturellen F&E-Schwerpunkten
  4. Aktuelle Verbände und Arbeitskreise, die die Digitalisierung der Prozessindustrie gestalten
  5. Wichtige Veranstaltungen zur Gestaltung der Digitalisierung der Prozessindustrie
  6. Referenzen
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